Geschichte |
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In den nachfolgenden Jahrhunderten geraten die Kanaren nach dem Zusammenbruch des römischen Reichs wieder in Vergessenheit, und werden im Jahr 999 n. Chr. durch Ben Farroukh wiederentdeckt. Die Araber gaben den Inseln den Namen Al Djezir al-Khalida (Glückliche Inseln). Im Jahr 1336 stach von Lissabon aus eine Flotte unter der Führung von Lanzarote da Framqua alias Lancelotto Malocello in See, um das damalige Ende der Welt zu erforschen, das zu jener Zeit vor der nordwestafrikanischen Küste lag. Lancelotto Malocello umsegelte das Kap der Angst (Kap Bojador) nie, entdeckte aber die Kanarischen Inseln erneut, und ließ sich auf Lanzarote nieder. In der Nähe der heutigen Stadt Teguise baute er auf dem Montaña de Guanapay ein kleines Fort. Wieder in Portugal angekommen, erreichte er es, dass die von ihm entdeckte und in Besitz genommene Insel in der Weltkarte des Angelino Dulcert als Insula de Lanzarotus Marocelus eingezeichnet wird. Seither soll Lanzarote seinen Namen tragen. Angelockt sowohl durch wertvolle Rohstoffe wie Orseille (rote Färberflechte) als auch durch Sklaven, unternahm Jean de Béthencourt 1402 eine Expedition unter König Heinrich III. von Kastilien zu den Kanarischen Inseln. Er ging im Süden Lanzarotes (von den Guanchen noch Titeroygatra genannt), bei den Papagayo-Stränden an Land, und konnte den einheimischen Inselkönig Guardafía davon überzeugen, mit ihm friedlich zusammen zu arbeiten, in dem er ihm Schutz vor portugiesischen und spanischen Menschenhändlern anbot. Mit seiner Hilfe konnte in der Rubicón-Ebene eine Festung bauen. Dies war aber eine Täuschung, da Béthencourt den Frieden nutzte, um die anderen Inseln zu erobern. Er stellte aber bald fest, dass seine Ausrüstung und die ihm zur Verfügung stehenden Soldaten nicht ausreichten, die Kontrolle über alle Inseln zu erlangen. Béthencourt begab sich so zurück aufs Festland. Während seiner Abwesenheit nutzt Gadifer de la Salle die kleine vorgelagerte Insel Los Lobos als Stützpunkt. Hier führte Bertín de Berneval dann aber einen Aufstand und nahm Einheimische als Sklaven mit nach Spanien. Gadifer hatte nun kein Schiff mehr und verdurstete beinahe auf Los Lobos, während die Einheimischen mit dem Töten von Europäern begannen. Zu Béthencourts Rückkehr 1404 war Lanzarote unterworfen. So konnte man sich gut gerüstet der Eroberung der Nachbarinsel Fuerteventura widmen. Béthencourts weniger erfolgreicher Neffe Maciot de Béthencourt blieb als sein Stellvertreter auf Lanzarote. Er nimmt sich die Tochter namens Teguise des bisherigen Herrschers Guardafia zur Lebensgefährtin, und benennt den damaligen Ort Acatife nach ihr. Besondere Schicksalsschläge trafen die Bewohner im 16. Jahrhundert, da sie zu dieser Zeit regelmäßig von Piraten und Vandalen heimgesucht wurden, die zahlreiche Einheimische als Sklaven mitnahmen. Der schlimmste ereignete sich im Jahr 1618, als die Piraten Jabán und Solimán das Versteck der Einheimischen in den Höhlen der Cueva de los Verdes entdeckten, und rund 1.000 Inselbewohner gefangen nahmen, um sie anschließend auf dem afrikanischen Sklavenmarkt zum Verkauf anzubieten.Die schwersten naturellen Einflüsse erlebte Lanzarote im 17. Jahrhundert, als die Insel im Verlauf einer sechs jährigen Vulkanaktivität stark beschädigt oder sogar teilweise zerstört wurde. Diese im Jahr 1730 stattfindenden Ausbrüche prägen bis heute noch das Landschaftsbild. Dies hatte in so fern enorme Auswirkungen, da viele Menschen hierbei ums Leben kamen und die Überlebenden durch den Verlust von Hab und Gut auswanderten.In den nachfolgenden Jahren ist die Geschichte Lanzarotes durch immer wiederkehrende Überfälle von Piraten gekennzeichnet. Seit dem Jahre 1960 jedoch, erlebt Lanzarote eine wahre Blütezeit der Wirtschaft. Hier spielt vor allem der zunehmende Tourismus eine tragende Rolle, wenngleich auch die fruchtbaren Bodenqualitäten die Landwirtschaft zusätzlich fördern und somit auch hier wirtschaftlicher Erfolg erzielt wird. Lanzarotes Position wurde im Jahre 1982 durch die autonome Stellung innerhalb Spaniens noch gefestigt, und steht seit 1993 unter dem Biosphärenreservat der UNESCO. |
